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Historical Documentation Notice

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The content reflects historical perspectives and should be understood within its historical context.

The International
Campaign for Real History

Documents on the deputy commandant of the Nazi concentration camp at
Auschwitz,

Hans
Aumeier

Handwritten study allegedly written by Hans Aumeier, while in Oslo, Norway, June 29, 1945.

Document [email protected]]
of California for the transcription. See his letter with commentary.


We invite on the Hans Aumeier documents. (Comments, amplifications, corrections) . These documents, if genuine, seem to be of equal historical significance to the “memoirs” of Rudolf Höss — and to pose problems of authenticity and veracity of no less importance.

The records show that Aumeier was handed over to the Poles, put on trial with Höss and the other Auschwitz officials, and hanged early in 1948. [The
Krakau Trial of Aumeier and the Auschwitz Criminals: summary (German) with photos | video avi
| exe]

These records are found in the PRO File:
WO.208/4661, the papers of the notorious rough-diamond
British army interrogator Lt Col A P Scotland. Aumeier wrote this typescript on 14 sheets of A4 paper, of which 11 were in pencil, with his characteristic spelling and the last three 3 typed. It is dated June 29, 1945, and evidently written at about the same time as the 11-page handwritten
Aufzeichnung dated „25.7.45″ (ohne Ort) .

A note on spellings: Spellings are left here as in the original. He used the SS-runes. Aumeier always represented double m’s (mm) as a single “m” with a line over the top; we have marked this by [m]. Similarly
[n] is nn. And he always represented the German digraph ß (sz or ss) by the letters “hs”, which we must admit we have only seldom encountered before. Thus
Höss (Höß) becomes
Höhs.–Webmaster.

[Hans Aumeier,
Bleistiftaufzeichnung:] [comments
by
transcriber]

[For improved legibility, we also post a version in which the spelling has been corrected and modernised, and abbreviations expanded] [Original handwritten text pdf.]


1

Gefangener Oslo, den 29. Juni 45

Nr. 211 CIII 14

Aumeier

Im Juli 1932 1930 bin ich zum SS-Sturm
1/II/1. Standarte eingetreten. Vom September 1929 bis
März 1933 war ich arbeitslos und kam dann in die
Fahrbereitschaft Verwaltungsamt-SS-München, wo ich zugleich als Einfahrer in der Adlergarage tätig war.

Am 15. Januar 1934 trat ich den Totenkopfverbänden in Dachau bei. Nach meiner Ausbildung wurde ich als
Ausbilder in der Rekrutenausbildung verwendet. Nach bestandener Zugführerprüfung wurde ich im November
1934 zum Untersturmführer und im November 1934 zum
Obersturmführer befördert. Bis zum Frühjahr
1937 war ich Leiter der Rekrutenabteilung.
Anschließend kam ich mit der 12.Wachkompanie nach
Weimar als Wachko[m]ando zur Reichsstatthalterei und
Innenministerium.

Im Juli 1937 bis Januar 1938 kam ich als
Wachko[m]andoführer zur Burg Vogelsan in der
Eifel. Anschliehsend muhste ich trotz meiner abgelaufenen 4
jährigen Verpflichtungszeit, wiederum auf
Führerkurs nach Dachau und verblieb dort, bis zum
Einmarsch Mitte März nach Östereich. Wir verblieben bis Anfang Herbst 1938 in Salzburg und Umgebung, als Wach- und Streifenko[m]ando. Im Oktober 1938
kamen wir als gleiches Ko[m]ando nach Asch,
Franzensbad und Eger.

Im November 1938 wurde ich zum Hauptsturmführer befördert. Trotz meiner Bitte um Rückversetzung zur Fahrbereitschaft Verwaltungsamt-München, muhste ich weiter bei der T.V. verbleiben und wurde im Sommer 1939 zum
T. Sturmbann nach Flohsenbürg versetzt. Nach Beginn des
Krieges, ersuchte ich zweimal schriftlich um Abstellung an die Front, wurde jedoch jedesmal abschlägig beschieden.

Im Juni 1942 wurde ich zum K.L. Auschwitz versetzt und dort als Leiter der Abtlg. III und
Schutzhaftlagerführer eingesetzt. In Auschwitz verblieb ich bis Ende Mai 1943. Ich wurde dort von meiner Vertreter
Obersturmführer Schwarz, eingewiesen. Bei Abwesenheit des damaligen Lagerko[m]andanten
Obersturmführer Höhs war ich als dienstältester Führer sein Vertreter.

Ich hatte dort die Aufgabe, für Ordnung und
Sauberkeit, rechtzeitiges abstellen der
Arbeitsko[m]andos, sowie für den ganzen inneren
Lagerbetrieb zu sorgen.

Zugleich muhste ich auch die Beurteilungen für zur
Entlassungen ko[m]enden Häftlingen erstellen.
Dies waren im Durchschnitt täglich 20 Mann.

Ich war im Sta[m]lager I tätig und zur Zeit meiner Lagerübernahme war die Stärke ungefähr
13-14 000 Mann. Das Lager selbst war noch im Ausbau begriffen und bestand seit seinem Anfang, bereits 2 Jahre.
Die Sterblichkeitsziffer der Häftlinge betrug damals tägl. 4-6 Mann, hat sich jedoch durch den Anfang grohser anko[m]ender Transporte von Juden aus
Ruhsland, Slowakei, Holland und Frankreich stark erhöht.

Das Sta[m]lager war überbelegt und so wurden die Häftlinge in ein neu im Bau befindliches
Lager Birkenau verbracht. Im Herbst 1942 trat im Lager
Fleckfieber auf, so dahs alle Lager ungefähr 8-10
Wochen geschlossen waren. Die Sterblichkeit erhöhte sich, es starben auch ungefähr 40 SS Männer in dieser Zeit. Im Frühjahr 1943 kam Paraty[p]hus, hervorgerufen durch schlechtes Wasser, welches ebenfalls die
Sterblichkeit weiterhin übermäßig hoch hielt.

Meines Wissens, starben in der Zeit meiner dortigen
Dienstzeit, ungefähr 3 000-3 500 Häftlinge. Die vor meiner Zeit gestorbenen Häftlinge, waren zum gröhsten Teil begraben worden und wurden im
Frühsommer 1942 bis Frühjahr 1943 wieder ausgegraben und verbrannt.

Im Sta[m]lager I bestand ein Krematorium bestehend aus 2 Öfen. Dort wurden die Leichen verbrannt. Das Krematorium unterstand dem Leiter der politischen Abteilung und dem Lagerarzt. Meiner Zeit waren in Birkenau 2 oder 3 Krematorium [sic. Krematorien]
in Bau. Von Gaska[m]ern ist mir nichts bekannt, auch wurde zu meiner Zeit kein Häftling vergast. Als ich versetzt wurde, waren ungefähr 54 000 Häftlinge in
Auschwitz und Birkenau, darunter waren auch ci. [sic. ca] 15 000 Frauen und Kinder.

Häftlinge welche erkrankten, wurden dem Krankenbau überstellt welcher ausschliehslich dem Lagerarzt unterstand.

Der Lagerarzt muhste auch täglich beim
Ausrücken der Arbeitsko[m]andos anwesend sein und muhste kränkliche Häftlinge feststellen, denn diese durften nicht zur Arbeit ausrücken, sondern wurden den Schonungshäftlingen oder dem Krankenbau zugewiesen. Von Benzin spritzen ist mir nur bekannt, dahs polnische Häftlinge welche als Krankenpfleger im
Krankenbau tätig waren, deutsche Häftlinge die im
Krankenbau aufgenommen wurden, vergiften wollten. Es handelte sich um sogenannte Capos.

Dies teilte mir der Leiter der politischen Abteilung mit, der mit der Untersuchung beauftragt war. Meines Wissens kam es aber nur zum Versuch und nicht zur Ausführung. Die deutschen Häftlinge hatten daraufhin grohse Angst vorm
Krankenbau und wollten bei Krankheit nicht aufgeno[m]en werden. Der Lagerarzt hat dann fast sämtliche polnischen Pfleger abgelöst und zum gröhsten Teil mit jüdischen Ärzten besetzt.

Laut meiner Vorschriften und Befehle durften die
Häftlinge grundsätzlich nicht mihshandelt und geschlagen werden. Ich hatte keine Strafgewalt und nur darauf zu sehen, dahs möglichst viele Häftlinge gesund blieben und zum Arbeitseinsatz kamen. Zur
Dienstleistung unterstanden mir 50-60 SS-Männer als
Block- u. Hilfsblockführer.

Diese muhste und habe ich, wöchentlich über ihre Pflicht belehrt und insbesondere i[m]er wieder auf die Reichsführer befehle in Bezug auf das Verbot der Mihshandlung von Häftlingen hingewiesen. Mir sind auch während meiner Zeit nur zwei Fälle bekannt, wonach 2 Blockführer 2 Häftlinge mit den
Fühsen ins Gesähs stiehsen. Diese Männer wurden vom Ko[m]andanten mit Arrest bestraft.

Im Juli 1942 besuchte der Reichsführer
Hi[m]ler das Lager. Bei dieser Gelegenheit habe ich ihm persönlich meine Bitte um Versetzung an die Front vorgetragen. Ich wurde aber energisch mit dem Hinweis abgewiesen, dort meinen Dienst zu tun wo ich hingestellt werde.

Mein Gesuch habe ich darauf schriftlich im März
1943, an Obergruppenführer Pohl wiederholt.

Ende Mai 1943 muhste ich mich dann in Oranienburg melden und Gruppen führer Glücks teilte mir mit, dahs ich zum höheren SS u. Polizeiführer Let[t]land
SS-Obergruppenführer Jeckeln versetzt sei. Jeckeln führte auch eine Kampfgruppe im Osten und ich freute mich an die Front zu ko[m]en Anfang Juni 1943
meldete ich mich bei ihm und dem SS-Wirtschafter in Riga.
Zum Leidwesen wurde ich nicht aktiv zur Truppe zugeteilt, sondern muhste mich bei der SS-Baubrigade des 3. SS (germ.)

Panzerkorps melden. Diese Baubrigade baute für das 3.
P.K. sowie für das 18. Armeekorps im Abschnitt
Oranienbaum – Leningrad Stellungen und Strahsen. Weiterhin unterstellt war die O.T.- Oberbauleitung A, welche zur O.T.
Einsatzgruppe Ruhsland-Nord unter Führung des
Oberbaudirektor Gimple gehörte.

Ich hatte den Auftrag, die bei der Baubrigade und der O.T. arbeitenden Juden aus
Ruhsland und Littauen ordnungsmähsig in Lagern zu erfahsen, richtig einzukleiden und dann bei der O.T. arbeitsmähsig zum Einsatz zu bringen.

Ich erfahste insgesamt rund 7000 Juden und brachte sie in verschiedenen von der O.T. erbauten Lagern in Nordruhsland sowie in Nordestland unter. Zur Bewachung hatte ich ein estnisches Schutzpolizei-Btl. zugeteilt. Die Häftlinge waren alle gut untergebracht und bekamen als Verpflegung den
Truppenverpflegssatz III, welcher höher als die
Zivilbevölkerung lag.

Bei Angriffen der Russen welche gegen Ende Januar 1944
bei Leningrad erfolgten, muhste ich mit den Juden verschiedene rückwärtige Verlagerungen vornehmen, welche aber ohne besondere Schwierigkeiten durchgeführt werden konnten. Nur einmal wurden durch russischen
Bordwaffenbeschuss 2 Juden erschossen. Die Sterblichkeit war sehr gering und während des ganzen Einsatzes vom Juli
43 bis August 1944 sind insgesamt nur rund 60 meist
ältere Häftlinge gestorben.

Die Kriegslage verschlechterte sich und so erhielt ich auf Antrag beim höheren Polizeiführer die Erlaubnis, die Juden nach Deutschland zu transportieren.

Das Marineko[m]ando Reval, unter Führung des
Korvettenkapitäns Nicol stellte bei einer
Zusa[m]enstellung eines Geleitzuges zwei grohse
Frachtschiffe zur Verfügung und am 20.8. 1944 wurden die Juden nach Danzig- Stutthof verschifft. Zur Bewachung hatte ich 80 estnische Schutzpolizisten sowie 12 deutsche
Unterführer mit nach Deutschland abgestellt. Nach
Abwicklung meiner dienstlichen Erledigungen mit dem 3. SS.

P.K und der O.T. begab ich mich mit noch 20 deutschen
Unterführern nach Riga zurück und wurde dort einem
Polizei-Batl. (284?) der Kampfgruppe Jeckeln 4. Komp. als 1.
Zugführer (Hastuf) zugeteilt. Das Batl. war in der
Aufstellung und Feldausbildung und wir waren 30-40 km vor
Riga in Adaci untergebracht. Ein Einsatz auf die Insel
Ösel scheiterte an der russischen Luftwaffe. Gegen Ende
Oktober,

[Der Text wird auf Seiten
12 bis 14 mit Maschine geschrieben fortgesetzt, wie
folgt.]

1944, kurz vor Aufgabe Rigas, wurden wir nach Gotenhafen verladen.

Ich bekam dann Auftrag, mich in Berlin-Oranienburg bei
Gruppenführer Glücks zu melden. Diesen Auftrag führte ich aus und sprach die Bitte aus, mich zur
Truppe zurück zu versetzen. Ich wollte vor allem nach
München, um meine Familie zu suchen, da ich seit August keinerlei Nachricht mehr hatte. Meiner Bitte wollte
Gruppenführer Glucks entsprechen und mich zur Truppe nach Dachau versetzen Mittlerweile erkrankte ich schwer an
Binde- u.

Hornhautentzündung und wurde in die
Augenabteilung des SS-Lazarettes eingeliefert Meine
Krankheit dauerte bis Mitte Januar 1945. Bei meiner
Entlassung mußte ich mich am Sonntag den 21.1.45 beim
Sturmbannführer Harbaum in Oranienburg melden. Ich war mittlerweile mit Wirkung v. 9.11.44 zum Sturmbannführer befördert worden.

Harbaum sagte mir ob ich nach Norwegen wollte. Ich sagte ihm ab, mit dem Hinweis, daß ich nach München wollte und, erst mal im Urlaub meine Familie suchen wollte.
Er teilte mir aber mit, daß Gruppenführer Pohl dies befohlen habe daß ich sozusagen in Urlaub auf 14
Tg. mit dem Obersturmbannführer Pauli am Montag den
22.1. fliegen muß und die weiteren Anweisungen von
Pauli erhalte.

Ich bat dann, Gruppenführer Glücks sprechen zu dürfen, dieser sagte mir jedoch das selbe und so kam ich am Montag den 22.1. abends mit dem Flug zeug nach Oslo. Obersturmbannführer Pauli war aus Danzig und er teilte mir mit, daß er am Samstag den 20.1. von
Pohl den Auftrag erhielt, in Norwegen Erkundigung einzuziehen ob es möglich ist in Mitte- oder
Südnorwegen ein Lager zu eröffnen, welches 2 — 3
000 Männer fassen kann und als Wirtschaftslager
Verwendung finden kann.

Ich fragte ausdrücklich, was da ich dabei tun soll und ob es sich da um ein K.L. handeln soll. Er sagte mir nein und zeigte mir zwei Geheimschreiben, worin im Ersten ein Bericht des Obersturmbannführer
Weiß Erwähnung fand, der sich angeblich im Sommer
1944 in Norwegen zur Klärung befand.

In diesem Bericht teilte Weiß an Gruppenführer Pohl mit, daß
es in Norwegen ein Häftlingslager in Grini gibt welches dem B.d.S. in Oslo untersteht und die Möglichkeit ein anderes Lager als K.L. zu eröffnen nicht in Norwegen gibt.

Im zweiten Schreiben, welches vom Reichsführer-SS an den höheren Polizeiführer Redies gerichtet war, und vom Oktober oder November stammte, war die Mitteilung, daß der Reichsführer ausdrücklich die
Eröffnung eines K.L. in Norwegen aus politischen
Gründen verboten hat und sich. der B.d.S. für die
Unterbringung der Häftlinge selbst zu bekümmern hat.

Wir sollten uns dann am Dienstag den 23.1. beim
SS-Wirtschafter Standartenführer Prietzel melden und dort nähere Anweisungen er — halten. Prietzel befand sich jedoch auf Dienstreise in Berlin. Wir meldeten uns dann in den nächstfolgenden Tagen beim Polizeiführer
Redies und Pauli trug in meinem Beisein seinen Auftrag vor.

Redies brachte zum Ausdruck, daß er da auch nicht helfen kann, da er keinerlei Lager zur Verfügung hätte und wir sollten abwarten bis der Wirtschafter zurückkommt, denn dieser müßte ja Bescheid wissen. Standartenführer Prietzel kam in der nächstfolgenden Woche aus Berlin zurück Lind er unterachtete uns, daß er wirtschaftliche Verlagerungen vornehmen muß und zum Aufbau der Lager Häftlinge aus Grini verwenden Sollte.

Es käme jetzt darauf an, bei der Wehrmacht ein bereits bestehendes Lager in diesen angegebenen Gegenden frei zu bekommen, so daß man ohne viele Arbeitskräfte auskommen konnte. Wir fuhren dann in den folgenden Tagen zur Besichtigung nach Stavern bei
Larvik, nach Elverum, Drammen und Mysen.

Nach Abschluß der Besichtigungen, teilte Prietzel im Beisein von Pauli und mir, dem Obergruppenführer
Redies mit, daß die Wehrmacht nur das Lager Mysen zur
Verfügung stellen kann und dies auch den truppenwirtschaftlichen Zwecken, nach weiteren Ausbau und
Erstellung von Baracken, dienen würde. Redies war damit einverstanden und Pauli bekam den Auftrag seinen Bericht dementsprechend, nach Rückkehr nach Berlin abzufassen.

Pauli list daraufhin den Abschluß seiner Besichtigung nach Berlin gemeldet und ist am 7. Februar wieder nach
Berlin zurück. Ich bekam die Anweisung in Oslo bis zum
Eintreffen eines Intendanten zu warten. In der Zwischenzeit erhielt ich aus Berlin den Auftrag, mich um
Arbeitskräfte zum Ausbau des Lagers Mysen zu kümmern.

Ich setzte mich mit dem Sachbeauftragten beim
General für das Kriegsgefangenwesen, Hauptmann Scharf oder Scharte in Verbindung und es wurden mir von der
Wehrmacht, 61 russische Krieggefangene mit 20 Mann
Wehrmachtbewachung abgestellt. Die Russen arbeiteten beim
Ausbau von Mitte Februar bis ungefähr Mitte März
1945. Anfang März erhielt ich durch die Wehrmacht die
Mitteilung, daß die Kriegsgefangen-en abgezogen werden mußten, da sie nach Deutschland verschifft werden sollten.

Ich wandte mich darauf an den SS-Wirtschafter
Prietzel, welche mit dem Polizeiführer und dem B.d.S.
Fehlis in Verhandlungen trat, zwecks Abstellung von
Häftlingen aus Grini. Fehlis war mit der Abstellung einverstanden, jedoch konnte er keinerlei Bewachung zur
Verfügung stellen. Auch die Wehrmacht oder die Polizei konnte keine Bewachung stellen, sodaß der Aufbau in
Frage gestellt war. Mir persönlich konnte dies nur recht sein, da ich weiterhin unbedingt nach Deutschland zurück wollte.

Redies forderte jedoch bei Pohl in der
Zwischenzeit Bewachungskräfte aus Berlin an, welche ihm schnellstens zugesagt wurden, unter der Bedingung, daß
Redies für die Bewaffnung sorgen müßte.

Gegen Ende März 45 kamen 150 Mann
Bewachungsmannschaften mit einigen Unterführen aus
Oranienburg ein. Die Männer waren aus Ungarn und erst wenige Wochen zur Ausbildung in Deutschland und zum größten Teil noch nicht ausgebildet.

Die Russen wurden nach Eintreffen tatsachlich abgezogen und es wurden mir ungefähr 340 — 350 norwegische
Häftlinge aus Grini zur Verfügung gestellt.

Die Häftlinge waren in 4 Baracken gut untergebracht und hatten alles ihr persönliches eigenes Gepäck zu ihrer Verfügung im Lager. In ihrer Freizeit hatten sie auch Raucherlaubnis. Ich setzte mich mit dem Führer des norwegischen Roten Kreuzes, ein Herr Aas aus Mysen, in
Verbindung und dieser sorgte für weitere Verbesserung der Häftlingskost, sowie Verteilung von Rauchwaren und
Zuteilung von Tageszeitungen und Büchern zur
Unterhaltung der Häftlinge in der Frei zeit.

Der Lagerführer von Grini teilte mir bei seinem
Besuch in Mysen mit, daß er dem B.d.S. nur melden kann, daß die Häftlinge ordnungsgemäß
und gut untergebracht sind. Er sagte mir aber auch, daß es verboten wäre, vom norwegischen roten
Kreuz Eßwaren und sonstige Zuteilungen für die
Häftlinge anzunehmen.

Ich brachte ihm aber zum
Ausdruck, daß ich erstens dem B.d.S. nicht dienstlich unterstellt bin sondern dem SS-Wirtschafter, und dieser hatte es ebenfalls genehmigt, und zweitens daß ich auf dem Standpunkt stehe, wenn die Häftlinge arbeiten sollen, dann brauchen sie auch richtig zum essen.

Diesen
Standpunkt brachte ich auch dem Führer des norwegischen roten Kreuzes in Oslo, der mich in Mysen mit Herrn Aas besuchte und dem ich die Kücheneinrichtungen und
Waschgelegenheiten zeigte, zum Ausdruck und dieser sorgte auch weiter dafür, daß die Häftlinge
Sonderzuteilungen bekamen.

Bei der Kapitulation Deutschlands am 7. Mai habe ich am
Nachmittag 17 Uhr ohne besondere Anweisung irgendeiner
Dienststelle, sofort die Entlassung sämtlicher Insassen verfügt und das Lager für norwegische Zivilisten und Angehörige der Häftlinge zum Besuch und zum
Betreten freigegeben.

Die Häftlinge haben sich aber unter sich selbst entschlossen, erst am 8. Mai von Mysen abzufahren und nochmals im Lager zu übernachten. Inzwischen wurden durch Herrn Aas Transportmöglichkeiten bei der Bahn beschafft und am 8. Mai sind die Lagerinsassen in völliger Ordnung von Mysen abgefahren.

Von Oslo erhielt ich Befehl, mich mit den
Wachmannschaften in der Majorstunschule zu melden. L.K.W. zum Abtransport wurden durch die Polizei gestellt. Das Lager
Mysen habe ich am 8. Mai ordnungsgemäß an die
Wehrmacht übergeben und meldete mich mit den
Männern in Oslo. Wir würden nach dem Polizeilager
Ulleval verbracht und am 9. Mai nach dem Lager Terningmoen bei Elverum.

Am 11. Juni wurde ich dort in Haft genommen.

Gefangener Nr. 211

Aumeier

[Stempel: PWIS-(NORWAY).]