⚠️ Historical Documentation Notice
This document is part of a historical archive and is presented for scholarly research and educational purposes.
The content reflects historical perspectives and should be understood within its historical context.
Nr. 34, 19. August 1960, S. 16
What really went on at the Nazi
concentration camp, Dachau, before (and after) April
1945?
Photo: Gastight shower door at Dachau camp
[from Irving collection]
Keine Vergasung in
Dachau
R. Strobel :
“Weg mit ihm”, Zeit Nr. 33
WEDER in Dachau noch in Bergen-Belsen noch in Buchenwald sind Juden oder andere Häftlinge vergast worden. Die
Gaskammer in Dachau wurde nie ganz fertiggestellt und “in
Betrieb” genommen. Hunderttausende von Häftlingen, die in Dachau oder anderen Konzentrationslagern im
Altreichsgebiet umkamen, waren Opfer vor allem der katastrophalen hygienischen und Versorgungszustände:
Allein in den zwölf Monaten v
on Juli 1942 bis Juni 1943
starben laut offizieller Statistik der SS in allen
Konzentrationslagern des Reiches 110812 Personen an
Krankheiten und Hunger.
Die Massenvernichtung der Juden durch Vergasung begann
1941/1942 und fand ausschließlich an einigen wenigen hierfür ausgewählten und mit Hilfe entsprechender technischer Einrichtungen versehenen Stellen, vor allem im besetzten polnischen Gebiet (aber nirgends im Altreich) statt : in Auschwitz-Birkenau, in Sobibor am Bug, in
Treblinka, Chelmno und Belzec.
Dort, aber nicht in Bergen-Belsen, Dachau oder
Buchenwald, wurden jene als Brausebäder oder
Desinfektionsräume getarnten Massenvernichtungsanlagen errichtet, von denen in Ihrem Artikel die Rede ist. Diese notwendige Differenzierung ändert gewiß keinen
Deut an der verbrecherischen Qualität der Einrichtung der Konzentrationslager.
Sie mag aber vielleicht die fatale
Verwirrung beseitigen helfen, welche dadurch entsteht, daß manche Unbelehrbaren sich einzelner richtiger, aber polemisch aus dem Zusammenhang gerissener Argumente bedienen, und daß zur Entgegnung Leute herbeieilen, die zwar das richtige Gesamturteil besitzen, aber sich auf falsche oder fehlerhafte Informationen stützen.
Dr. M. Broszat, Institut für Zeitgeschichte, München
©
Focal Point
1999
write to David Irving