⚠️ Historical Documentation Notice
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In the wake of news reports that leading American academic Norman Finkelstein is publishing an annihilating attack* on Daniel Goldhagen’s money-spinning book on
“Hitler’s willing executioners,” an instant –
instant – global best-seller, the German news magazine Der Spiegel published this prominent interview with German-born historian
Ruth Bettina Birn,
45, who published in March 1998 in the Cambridge University Historical
Journal a devastating critique of Goldhagen’s methods, which was widely repeated by the British newspapers.
Since then, reports the news magazine, “attempts are being made by psychological and legal means to stop the respected
Nazi-expert, who is employed by the Canadian authorities prosecuting war crimes, from expressing her objections.”
For
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* Das Buch erschien im Henry-Holt Verlag,
New York, 1998.
- Kennen Sie Daniel Goldhagen
persönlich?
RUTH BETTINA BIRN: Ja, seit elf Jahren. Als ich nach meiner Doktorprüfung Fellow in Boston war, stellte ihn mir jemand als jungen Forscher vor, der plane, in
Deutschland zu arbeiten. Ich habe ihn damals auch auf die
Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg hingewiesen; er wußte von deren Archiv noch gar nichts. Wir waren auch weiter in freundschaftlichem, gutem
Kontakt.
- :
Dann aber wurde Ihre Rezension, ursprünglich auch
von der Zeitschrift “Holocaust and Genocide studies”
bestellt, wegen möglicher Schadensersatzforderungen
dort abgeblockt. In Großbritannien drohen
Goldhagens Anwälte mit einer Beleidigungsklage. Nun
teilt Ihnen sogar ihr Arbeitgeber mit, daß man bei
ihm gegen den erneuten Abdruck Ihrer Kritik interveniert
habe. Fühlen Sie sich eingeschüchtert?
BIRN: Ja, sicher, Ich fühle mich bedroht.
- :
Hat denn Goldhagen vor der Klagedrohung auf ihre Kritik
an seinem dubiosen Umgang mit Quellen wissenschaftlich
reagiert?
BIRN: In der gleichen Zeitschrift — wie das
üblich war und ihm auch angeboten wurde — hat er bis heute nicht geantwortet. Ich höre, daß er in den letzten Tagen anderswo eine Erwiderung veröffentlicht hat, in der er mir glatte Erfindung” und hetzerichste”
Rhetorik vorwirft.
- :
Für Außenstehende zeigt Goldhagen mit der
haßerfüllten Polemik Schwäche — wie auch
mit seiner giftigen, aber fachlich kaum substantiellen
Reaktion auf die Kritik von Norman Finkelstein. Warum nur
diese Wut?
BIRN: Unser Verlag hat zuweilen angedeutet, daß es gewissen feindseligen Druck gegeben habe — bis zum offenen Plan, das Buch zu verhindern.
- :
Sehen Sie hinter all dem eine Strategie am Werk?
BIRN: Es gibt ja zwei Felder. Eines ist, seit
1995, die beispiellose Kampagne zur Förderung des
Goldhagen–Buches: Die Arbeit eines Debütanten wird zum
Großereignis, gleich darauf ist den Zeitungen zu entnehmen, daß für die darin formulierten
Meinungen ein Harvard–Lehrstuhl bereitstehe, Das andere sind die Versuche, meine und Norman Finkelsteins Kritik zu ersticken. In beiden Bereichen haben sich aber zumindest teilweise dieselben Leute engagiert.
Mann kann nicht die
Wahrheit zurücknehmen — daran wird auch Druck auf meinen Arbeitgeber nichts ändern. Die wichtiger Frage ist: Wie gehen wir in Zukunft miteinander um? Wenn Goldhagen schon in seinem Buch so denunziatorisch wird, daß
umsichtige anerkannte Forscher sich plötzlich als
Verdränger und Revisionisten porträtiert finden, ist das für mich zutiefst empörend und unerhört.
Und wenn die politische und juristische
Einflußnahme, die es hier gegeben hat, Schule macht, dann wäre jede wissenschaftliche Kritik in
Gefahr.
©Focal
Point 1999 write to David Irving