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Historical Documentation Notice

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The International
Campaign for Real History

Documents on the deputy commandant of the Nazi concentration camp at
Auschwitz,

Hans
Aumeier

Statement by prisoner Eduard
Schmid, Oct 26, 1945

Document

Source: PRO File: WO.208/4661 (Lt Col Scotland
Papers)


F.K. [re: AUMEIER
]

To captain Francis

From Schmid, Eduard

No. 483 A., den 26. Oktober 1945.

Betr: AUSCHWITZ

Als ich im April 1941 a1s Angehöriger der damals neu aufgestellten 5. Kompanie als Rekrut nach Auschwitz kam, wurde das dortige Schützhaftlager von einem gewiesen
Hauptsturmführer Fritsch (oder Fritsche) geführt, der dann — meines Wissens — im Herbst des gleichen Jahres von den damaligen Hauptsturmführer Aumeier abgelöst wurde.

Ich, persönlich, als Angehoriger der Truppe, nicht als Schutzhaftlagers kam mit Letztgenanntem sowohl dienstlich als auch außerdienstlich nie in direkte
Berührung, weshalb meine über Aumeier zu machenden, nachstehenden Angaben, sich auf dort kursierende
Gerüchte stützen.

Im Großen und Ganzen ist über ihn zu sagen, daß er während seiner Auschwitzer Zeit sich weder bei den Häftlingen noch bei der Truppe besonderer
Beliebtheit erfreute. Vielleicht mag dabei auch der damalige
Kommandant Sturmbannführer Höß mit seiner rücksichtslosen Härte — diese hauptsächlich der Truppe gegenüber zum Ausdruck bringend —
beeinflussend auf A. gewirkt haben.

Doch dessenungeachtet soll Au. mit Ausdrücken, den
Häftlingen gegenüber, nicht gespart haben haben.
So wurde u.a. der Ausspruch „Mistbiene” (weiblichen
Häftlingen gegenüber geäußert) zu einem geflügelten dort von ihm. Wegen dieses Ausspruchs wurde
A. sogar von Himmler, anlässlich seines Besuches im
Jahre 1942 von diesem zurechtgewiesen.

Während seines Auschwitzer Aufenthaltes vom Herbst
1941 bis zum Frühjahr 1943 habe ich ihn nur weniger
Male überhaupt persönlich gesehen, weshalb ich mir ein Urteil über ihn auch persönlicher Art kaum erlauben kann.

Betr.: MYSEN.

Im März dieses Jahres kam ich mit der späteren
Wachkompanie nach Mysen. Dabei stand ich zum ersten Male
Aumeier, der inzwischen Sturmbannführer geworden war, persönlich gegenüber. Es waren im Ganzen nur 2
Monate, daß ich hier in Norwegen mit ihm zusammen war.
Mir wurde auch hier die Wachkompanie zur Betreuung
übertragen, doch war der ganze Apparat in M. so klein, daß ich fast täglich A. zu Gesicht bekam.

Obwohl ich in Lager-Angelegenheiten weder mit ihm noch mit der
Kommandantur als solcher zu tun hatte, kamen wir, wenn es sich um Belange der Truppe handelt, hin und wieder ins
Gespräch. Dabei merkte ich, wen ich mit diesem oder jenen Wunsche zu ihm kam, daß er für die Belange der Truppe volles Verständnis zeigte. Es steht diese
Meinung also wieder im Gegensatz zu der Auschwitzer.

Grundlegend habe ich mir über ihn jedoch nach der
Kapitulation ein Urteil gebildet, a1s er mich und die
Kompanie in Stärke von 156 Unterführern und
Männern, in Oslo schmählich im Stiche ließ, um sich mit seinen “Kameraden” in Sicherbreit zu bringen.
Wir alle waren erstaunt nach ungefähr 10 Tagen sie plötzlich dann in Terningmoen in Wehrnachtsuniform auftauchen zu sehen.

Zusammenfassend glaube ich sagen zu können, daß A. wohl gewissen Launen unterworfen d.h. einmal verträglich, einmal aber auch rücksichtslos sein kann.

[gez. Eduard Schmid]