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The International
Campaign for Real History
Documents on the deputy commandant of the Nazi concentration camp at
Auschwitz,
Hans
Aumeier
Statement by prisoner Ludwig
Blatterspiel, Oct 27, 1945
Document
Source: …PRO File: WO.208/4661 (Lt Col Scotland
Papers)
[Note that in this website transcript the misspellings and grammar have been partially corrected for improved legibility].
F.K. [re: AUMEIER
]
To captain Francis
Blatterspie1, Ludwig
No. 484
Oslo, den 27. 10. 45
Betr. : MYSEN
Am 1. März 45 kam ich nach Norwegen im das SS-Lager
Mysen und mußte mich beim Stubaf. Auermeier melden.
Bei dieser Gelegenheit lernte ich A. kennen. Ich fragt den
A.‚ was das Lager hier werden sollte und wie meine
Postanschrift nach hier lauten würde. A. erklärte mir, daß es ein Konzentrationslager werden soll aber es mußte geheim bleiben und als Außenlager Grini gelten und als SS-Lager bezeichnet werden.
Als Postanschrift werden wir eine Feldp. Nr. erhalten dadurch werden die Öffentlichkeit nicht erfahren das hier ein KZ werde. Er A. hätte den Befehl erhalten ein
Lager für 2.000 Häftlinge zu bauen, wurde aber aus freien Stücken das Lager gleich für 5.000
Häftl. errichten.
Zur Zeit habe er 5o russische Kriegsgef. die werden ein kleines Lager für ungefähr l.000 Häftlinge einrichten dann würden l.000 Häftlinge aus Grini geholt werden welche mit dem weiteren Ausbau des Lagers beginnen müssen.
Am 14. oder 15. März 45 mußten wir unter,
Führung von Obersturmf. Bfüdze 350 Häftl. vom
Pol.-Lager Grini abholen.
Am 17. März wurde die Häftl. sofort zum
Lageraufbau eingesetzt. 19. oder 20. März wurde mir und
Hscharf. Remmele von dem Ostuf. Heinrich zum durchlesen ein
Geheimbefehl vorgelegt aus dem mir folgende Einzelheiten bekant sind.
“Auf Befehl des Amtgruppenchef D wird hier ein KZ errichtet da streng geheim gehalten bleiben mußte.[“]
Zur Tarnung werde es als SS-Lager bezeichnet werden. Eine
Feldp. Nr. wurde die Postanschrift erleichtern. Jede
Mittelung an Außenstehende würde die härteste Strafe nach sich ziehen. Unterschrift war
SS-Sturmbaf. Auermeier.
Auermeier lernte ich kennen als ein Brutal, hatten und rachsüchtig Person. Eines Tages es dürfte so zwischen 15. und 10. April gewesen sein kam er in das
Dienstzimmer von Hscharf. Remmele und mir und verlangt die 2
Häftlinge welche bei uns die Unterkunft reinigten. mit einige laute Schreie ging er auf den Häftlingen zu und schlug mit den beiden Fausten auf den Häftlingen ein.
Dann ordnete er an daß die 2 Häftlinge 3 Tage lang Tag und Nacht arbeiten müßten, daß
allerdings Remmele und ich verhinderten. Auermeier kam fast alle Tage zu mir ins Dienstzimmer und schimpfte jedes mal
„ihr sei. keine Kerl nicht, ihr sei viel zu gut mit den
Lumpen die müssen ihr reinhauen, dann arbeiten sie viel mehr, das ist eine faule Gesellschaft. Er wurde einen kurzen
Prozeß mit diesen Burschen machen.
Dabei brachte er jedesmal Namen und Nummern von
Häftl. mit, die er wegen Faulheit zum Teil schon mit
Schläge bestraft hatte, die andern noch mit Nacharbeit bestraft würden. Er drohte uns noch dabei mit
SS-Gericht wenn wir den Häftlingen weiterhin begünstigen würden.
Eines Tages fragte ich wieder A. was werde wenn einer
Gef. abends nach 20 Uhr seine Baracke verlassen würde, nachdem es die Häftlingen verboten war die Baracken zu verlassen, da gab mir A. die Antwort, “die Posten müßten sofort auf ihm schießen.”
Aus den ganzen Verheilten von A. merkte man aber immer, daß er sich durch die Verhältnisse der Zeit entsprechend eine gewisse Zurückhalten in seiner
Brutalität aufzwingen mußte denn er brachte oft zum Ausdruck im Zusammenhang mit der Arbeitsleistung der
Häftl.
“Wenn heute die seit anders werde, diesen Lumpen werde ich schon beibringen.” Über diese Ausdrucke sprach ich oft mit dem damaligen Häftl. Hermann Schultz.
So kam auch einigemal vor, daß um 12,00 Uhr das
Mittagessen für die Häftl. nicht fertig war und um
13 Uhr die Häftl, nicht gegessen hatten. Dessen ungeachtet gab Auermeier den Befehl. der Häftl. ohne
Mittauessen ausrücken zu lassen, was durch mir verhindert würde. Auch mit den Eigentum der Häftl. hat es Auermeier nicht zu genau genommen.
Die Häftl. wurden zum großen Teil mit
Lebens-mittel, Rauchwaren und Küchenartikeln von Roten
Kreuz betreut. Die Sachen brachten ein Herr von R. K. aus
Mysen. Diese Sachen dürften an den Häftl nicht eher abgegeben werden bevor sie nicht von Ostuf. Kühler und Auermeier durchgesehen waren.
Bei dieser Gelegenheit wurde ein Teil der Sachen
„zur Aufbewahrung” im das Dienstzimmer von Auermeier gebracht. So konnte ich einmal sehen, daß 36o Pakete
Tobak und 2.000 Stk. Zigaretten “zu Aufbewahrung” kam und die Häftl. bekam nur 18o Pakete Tobak davon und den
Rest blieb verschwunden. Laut Befehl von Himmler war auf
Unterschlagung von Häftlingseigentum die Todesstrafe, aber darum hat A. sich nicht gekümmert.
Aus ganzen brutalen Handlungen von Auermeier hatte ich den Eindruck gewonnen, daß Auermeier wenn der Sieg der
Alliierten nicht ganz in der Nähe gewesen wäre, noch 1.000 von norw. Häftl. ins Unglück gestürzt hätte, denn ein Menschenleben für ihm galt nichts.
(gez. Blatterspiel, Ludwig. )
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