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Minsk, am 5. Februar 1942.

Der
Generalkommissar für
Weissruthenien

Abtlg.
Gauleiter/Ka.

(Bei Beantwortung unbedingt anzugeben!)

FrauMaria Rohde,Nürnberg,Findelwiesenstr. 15

Sehr verehrte, liebe Frau
Rohde!

Für Ihren Brief vom 23.
Januar, über den ich mich sehr gefreut habe, sage ich Ihnen meinen herzlichen Dank. Hier hält die russische Kälte an, und wir haben in jeder Nacht über 20 Grad
Kälte, am Morgen sind es noch 18
Grad, und in den Mittagsstunden geht die Temperatur bei schönem
Sonnenschein meist auf 10 Grad minus hinauf, Ich habe selten einen Winter mit soviel Sonne erlebt, wie hier in
Weissruthenien.

Leider ist der
Gesundheitszustand der Deutschen, wie der Bevölkerung infolge des
Fleckfiebers und der einseitigen
Ernährung nicht der beste. Es werden wohl Jahre schwerster Arbeit dazu gehören, um durch eine strenge Erziehung zur Sauberkeit die hiesige Bevölkerung seuchenfrei zu machen. Dazu kommt, dass es an einer
Kanalisation und an einer
Wasserversorgung nach deutschen
Begriffen völlig fehlt.

Ob wir während des Krieges und den ersten
Jahren nach dem Kriege die notwendige
Zahl von deutschen Fachleuten bekommen, um alle diese Aufgaben zu meistern, erscheint mir sehr fraglich.

Den 30. Januar haben wir durch eine grosse Kundgebung im
Weissruthenischen Theater gemeinsam mit der Wehrmacht, der Luftwaffe und der
Eisenbahn festlich begangen. Ich selbst habe die Festrede gehalten, die
über den Minsker Sender verbreitet wurde. Das grosse Erlebnis war dann die gewaltige Rede unseres Führers am
Nachmittage, die wir im
Gemeinschaftsempfang uns angehört haben.

Dass Erika sich künstlerisch und fachlich gut entwickelt, freut mich. Je älter sie wird, desto mehr wird sie die
Notwendigkeit begreifen, dass auch
Nebendinge in der Ausbildung wichtig sind, auch wenn sie nächst langweilig erscheinen.

Von meiner Frau und den Kleinen aus Berlin habe ich gute Nachricht, ebenso von Horst. Dieter hat seit 3
Wochen nicht geschrieben. Nach seinem letzten Brief soll er nach Afrika kommen. Bei solchen Umgruppierungen tritt ja meistens eine Pause von 8
Wochen ein, sodass man mit seinen
Sorgen um seine Lieben auf sich selbst angewiesen ist. Dass wir den Krieg gewinnen, ist für uns im
Osteinsatz eine
Selbstverständlichkeit.

Ihnen, liebe Frau Parteigenossin
Rohde, und Ihren Töchtern herzliche Grüsse.

Heil Hitler!

Ihr stets ergebener

Wilhelm
Kube Quelle:
Original im Privatnachlass Wilhelm
Kube.