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Posted Wednesday, May 26, 2004

Otto Gunesche by David Irving24. Februar 1999

 

Lieber Herr Günsche! Hochzuverehrender, lieber Otto!,

Seit vierunddreißig Jahren kennen wir uns (und schicken Sie mir Weihnachtskarten, in beeindruckend fester Handschrift, wofür ich mich hiermit nochmals herzlich bedanken möchte): ich übersetzte die Erinnerungen von Herrn Generalfeldmarschall Keitel (für welche Aufgabe ich vom nicht gerade ehrlichen englischen Verlag den stattlichen Betrag von DM200 erhielt!). Daraufhin hat mich der von mir hochgeschätzte Herr Oberstltn. Karlheinz K. eines Abends mit Ihnen zusammengebracht, ich dürfte einige Wochen später Ihre eigenen Erinnerungen einen Nachmittag lang auf Tonband im Sitzungssaal Ihres Verwaltungsgebäude aufnehmen (den Band besitze ich noch!), und zusammen mit anderen solchen Aussagen setzte ich in zehnjähriger, nunmehr zwanzigjähriger Arbeit die Biographie über Ihren verstorbenen Chef zusammen.

Das was daraufhin geschehen ist, ist Ihnen sicherlich teilweise bekannt. Das Buch wurde zum Bestseller, erschien auch in den namhaftesten Verlagen der Welt; nur in der BRD hatte man zunächst Pech damit. Beim Ullstein/Propyläen Verlag, wie es sich herausstellte, hatte Herr Wolf Jobst Siedler sich erlaubt, einiges, was ihm an meinem Text nicht gefiel, Hitler's Warumzuschreiben, ohne mich als Verfasser zu unterrichten! Was ich sogleich nach Ankauf meines eigenen Werkes feststellte, mit dem Ergebnis, das ich wenige Tage später die weitere Auslieferung dieses Werkes (“Hitler und seine Feldherren“) gerichtlich unterbinden mußte. Das Buch von Herrn Joachim Fest hatte somit freien Lauf. Meine eigene Hitlerbiographie wurde aber in den USA, England, Spanien, Japan, und anderen Ländern weiter verkauft. Es wird sehr häufig in anderen Werken zitiert. Es ist ein Stuck von dem, was ich als Real History, etwa “Realzeitgeschichte”, bezeichne.

Ich bin leider unbelehrbar und unverbesserlich in manchen Hinsichten. (Gott weiß, was aus mir geworden wäre, wäre ich in Deutschland im III. Reich geboren! Wohl etwas sehr unappetitliches für mich.) Ich bin nicht zu kaufen, und auch unverkäuflich. Bis zur Rommelbiographie (Hoffmann & Campe Verlag) ging alles gut: groß Rezensionen in der Rommel in SpiegelPresse, mehrfache Vorabdrücke im “Spiegel,” immer wieder auf dessen Bestsellerliste verzeichnet.

Dann habe ich mir blamiert: irgendwann in den späten 70er, frühen 80er Jahren fingen die Linksradikalen und Chaoten an, gegen mich zu randalieren. Buchgeschäfte wurden gestürmt, vorsichtige (d.h. feige) Professoren mahnten gegen mich, meine Bücher verschwanden aus den Bibliotheken. Der Grund war — das ist Ihnen bekannt — daß ich nicht alles, was unter der Rubrik Holocaust verkauft wird, akzeptieren konnte und wollte. (US-Fernsehserie: “Holocaust” im November 1982 — ich als eingelader Gast bei anschließender WDR-Sendung darüber — Tumulte mit 10.000den auf dem Kölner Domplatz — Plakate: “WDR macht Irving salonfähig!” Dabei trafen wir uns in einem Lokal in Hoffnungsthal (Bild unten rechts) — Das Thema Hitler-Tagebücher würde gestreift!).

Irving with Günsche, 1982Danach fing die Hetze in der BRD gegen mich an: Meinen Verlagen wurde von Bonn anheimgestellt, keine weiteren Autorenvertrage mit mir zu unterzeichnen (wie mir Jahre später vertraulich mitgeteilt wurde). Am 13. Januar 1993 eine Geldstrafe DM30.000 gegen mich verhängt, weil ich in München gesagt hatte, die im KZ “A” den Touristen gezeigte Gaskammer sei eine Attrappe (was inzwischen von den Behörden in Auschwitz auch bestätigt worden ist!); am 1. Juli 1993 Hausverbot im Bundesarchiv, “im Interesse der Bundesrepublik”; am 13. November 1993 Aufenthaltsverbot für die ganze BRD, seitdem habe ich Ihr Land nicht mehr besuchen dürfen, andernfalls ich Gefahr laufen würde, für sechs oder mehr Jahre eingesperrt zu werden. Armes Deutschland!

Ich habe aber auf den passenden Augenblick gewartet, um zurückzuschlagen. Etwa im Jahre 1992 veröffentlichte in den USA die amerikanische Professorin Deborah Lipstadt (Dozentin für jüdische Geschichte an der Universität Atlanta) ein Buch, “Denying the Holocaust” (Leugnung des Holocaust). In dem ursprünglichen Text (das weiß ich aus den Interimverfahren, die ich bisher geführt habe) wurde ich überhaupt nicht erwähnt; etwa 1990 erging aber an Lipstadt aus Tel Aviv die Anweisung (Unterschrift Professor Jehuda Bauer, dessen Ausschuß ihr den Forschungsauftrag gestiftet hatte), das Buch habe mich besonders unter die Lupe zu nehmen und anzugreifen, da ich “gefährlich” sei.

Das Ergebnis wurde, daß das Buch mich in gemeinster Weise verleumdete: eben die Gelegenheit, worauf ich all’ diese Jahren gewartet hatte. Sobald es in England erschien, d.h. auf englischem Hoheitsgebiet, erließ ich im September 1996 Anzeige vor unserem Hohen Gericht in London wegen Verunglimpfung. Plötzlich wurde es um mich still! Für die Gegner aber war es zu spät.

Das Verfahren kommt — das ist nun letzter Woche vor dem Gericht entschieden worden — am 12. Januar des kommenden Jahrhunderts (Geburtstag Göring!) vor Gericht, und das Gericht hat auch verfügt, daß es mindestens zwölf Wochen laufen wird, denn ich habe aus aller Welt die führenden Zeugen und Fachleuten gesammelt: z. B. Universitäts-Sprachfachleuten, die bezeugen können, daß wenn Ihr Chef das Wort “Ausrottung” sprach, es nicht unbedingt identisch mit “Liquidierung” sein mußte. (Man liese nur sein Denkschrift zum Vierjahresplan, was er im August 1936 unserer lieben Christa Schroeder in den Feder diktierte! wenn es der Sowjetunion gelinge, in Deutschland einzumarschieren, “wird es zur Ausrottung des deutschen Volkes führen.”) Für unsere Gegner ist es ein Alptraum: ein faires Verfahren, vor einem englischen Gericht, wo die ganzen geschichtlichen Begebenheiten in aller Ruhe durchgesprochen werden können.

Die Verunglimpfungen in dem Buch, die von mir besonders an den Pranger gestellt werden, sind: ich habe vor allem in meiner Hitlerbiographie die Geschichte verdreht, Dokumente manipuliert, Texte absichtlich falsch übersetzt, Zeitzeugen (wie Sie, Christa Schroeder, Below, Puttkamer, Engel, usw.). falsch zitiert, usw. (So wird behauptet, aber erst, nachdem sie verstorben sind, z.B., daß Schroeder, Below, Puttkamer u.a. einstimmig meine Werke scharf kritisiert haben. Das ist eine Lüge; Hitler self portraitSie Herr Günsche wissen, wie hoch gerade diese meinen Kampf und meine Leistungen für die Wahrheit geschätzt haben, Frau Schroeder hat mir sogar ein Selbstporträt Hitlers (links) geschenkt! Alles läßt sich widerlegen. Es wird auch behauptet, daß bei den täglichen Lagebesprechungen im FHQu. und den privaten Gesprächen im Umkreis Hitlers die Rede fast nur von der Endlösung, bzw. von der Liquidierung des Judentums war. Davon kann m.W. nicht die Rede sein; Sie selbst haben mir geschildert, wie Sie nur einmal etwas ähnliches durch Zufall überhört haben, nämlich als im April 1945 Himmler die Frage des Verbleibens oder Vernichtens der gefährlichen KZ-Häftlinge bei Weimar vor der anrückenden US-Truppe aufwarf.[*]

Das bringt mich nun zum Zweck dieses Privatschreibens an Sie. Das Verfahren wird eines der wichtigsten zeitgeschichtlichen Ereignisses des neuen Jahrhunderts. Ich habe schon eingeladen Fachzeugen und Professoren aus der ganzen Welt (vor allem aus New Zealand, Australien, and Kanada), die über die verschiedenen Themenkomplexe vortragen werden; dabei sind auch erfreulicherweise einige Juden, die für mich aussagen werden. Es ist mein Verfahren, vor einem englischen Gericht! Ich habe das Heft in der Hand. Die Autorin Lipstadt hat jetzt den Sternanwalt Anthony Julius und die sehr teuere Anwaltskanzlei Mishcon de Reya für die Verteidigung angeheuert; die Firma hat schon eine millionenschwere Kampfspende bei den üblichen Menschen eingesammelt. Das englische Gericht hat beiden Seiten erlaubt, sechs Fachhistoriker und sechs politische Wissenschaftler zu rufen. (Ich nehme keine Verrückte und auch keine sog. “Revisionisten” an, sondern gehe ganz auf Nummer Sicher.)

Nun zu meinem Anliegen: Würden Sie bereit sein, etwa Ende Januar 2000 für ein, zwei Stunden in London beim Gericht unter Eid und ohne Tamtam auszusagen, über das, was Sie selbst erlebt haben, und auch über die fdl. Behauptung, daß Ihre verstorbenen Kollegen und Kameraden meine Arbeitsweise bzw. Ergebnisse bemängelt haben sollen? Ich denke, das würde für Sie noch eine der letzten Gelegenheiten sein, den Geschichtsverdrehungen über Ihren damaligen Chef überhaupt entgegenzutreten. Das alles vor einem englischen Gericht, wo, wie es sich verstehen dürfte, Sie mit äußerstem Respekt behandelt sein würden (nicht etwa wie in der BRD). Ich würde es als die höchste Ehre und auch die Krönung meines zeitgeschichtlichen Lebenswerkes betrachten, wenn Sie sich zu einer provisorischen Zusage durchringen könnten. Ich habe nicht vor, sonstigen Zeitzeugen aus der Zeit des III. Reiches einzuladen.

Yours sincerely,

David Irving

 

Herrn Otto Günsche
[…]
Germany

 

[*Anm. D Irving, 2.7.2000: Verwechslung mit Johann Göhler]

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