RECHTSEXTREMISTEN
Hetzer zu
Märtyrern Horst Mahler,
ehemaliges Mitglied der Roten Armee Fraktion
(RAF), wirbt um Mitleid für kriminelle
Rechtsextremisten. In einem Artikel für die
„Süddeutsche Zeitung" behauptet
Mahler, der auch häufig als Autor und
Interviewpartner in der rechtsradikalen
„Jungen Freiheit" zu Gast ist, in der
Bundesrepublik gebe es derzeit „mehr
politische Gefangene als in der DDR im Jahre vor
ihrem Zusammenbruch". Dabei handele es sich um
„Überzeugungstäter", die wegen
Volksverhetzung, Leugnung des Holocaust und
Fortführung verbotener Organisationen
verurteilt wurden. Solche „jungen Leute",
so der Ex-RAF-Mann, seien „als Neonazis aus
dem politischen Spektrum ausgegrenzt" worden und
würden damit „zu Märtyrern der
nationalen Wiedergeburt Deutschlands".
Was Mahler übersieht: In
der DDR gab es 1988 etwa 3000 politische
Gefangene, die meisten von ihnen inhaftiert
wegen Republikflucht. In der Bundesrepublik
wurden 1996 wegen Straftaten wie Volksverhetzung
und Fortführung verbotener links- und
rechtsextremer Parteien
nur 267
Täter verurteilt,
darunter 85 Jugendliche - zum Teil lediglich auf
Bewährung Viele der wegen
Neonazi-Propaganda Inhaftierten sind keineswegs
„junge Leute", sondern seit Jahrzehnten
aktive Rechtsextremisten wie der frühere
NPD-Vorsitzende Günther Deckert und
der Chef der NSDAP-Auslands- und
Aufbauorganisation Gary Lauck. Lediglich
neonazistische Splittergruppen versuchen, die
braunen Hetzer zu Märtyrern zu stilisieren
- jetzt auch mit Schützenhilfe eines
verwirrten Ex-Terroristen von links.